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Das Gleis ist heiß: Neue Castor-Blockaden am Morgen

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Das Gleis ist heiß: Neue Castor-Blockaden am Morgen

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Nach massiven Protesten am Samstag hat der Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll in der Nacht seine Fahrt durch Deutschland zunächst planmäßig fortgesetzt. Zuletzt war er am Abend in Darmstadt von Demonstranten aufgehalten worden. Am Morgen wurde er erneut in Nordhessen von Atomkraftgegnern gestoppt.

Am Samstag hatte der Zug am Nachmittag bei Kehl die deutsch-französische Grenze überquert. Dort rollte er über eine Brücke, von der sich Greenpeace-Aktivisten abgeseilt hatten. Greenpeace wies auch auf eine auffällige Wärmeentwicklung an einer Radachse hin. Die Bahn stellte laut Bundespolizei keine Unregelmäßigkeiten fest.

Während für diesen Sonntag weitere Protestaktionen angekündigt sind, warnte Bundeskanzlerin Merkel auf dem CDU-Landesparteitag in Bonn vor Sabotageakten:

“Friedliche Proteste gehören zu unserem Leben. Da gibt es allerdings auch Grenzen, auch darauf muss man verweisen. Was so harmlos daherkommt, ‘Entschottern’, das ist keine friedliche Demonstration, das ist ein Straftatbestand.”

Der Zug mit elf Spezialbehältern für Atommüll war am Freitag nahe der Wiederaufarbeitungsanlage im nordfranzösischen La Hague losgefahren. Im Bahnhof Kehl stand er für Rangierarbeiten fast vier Stunden lang. Heute Nachmittag soll er im Zwischenlager Gorleben ankommen.

Im Wendland demonstrierten so viele Menschen wie nie zuvor gegen die Atomkraft, die Veranstalter sprachen von 50.000. Die heiße Phase wird erwartet, wenn die Castoren das letzte Stück auf der Straße zurücklegen müssen.