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Empörung über Vernachlässigung von Pompeji

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Empörung über Vernachlässigung von Pompeji

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Nach dem Einsturz des 2000 Jahre alten Hauses, in dem Pompejis Gladiatoren trainierten, ist scharfe Kritik an der Art und Weise geübt worden, wie die Behörden das archäologische Erbe Italiens sichern. Staatspräsident Giorgio Napolitano sprach von einer “Schande für Italien”.

Unglücklicherweise liege Pompeji nicht in der Lombardei oder der Toskana, klagt der Direktor der Vatikanischen Museen, Antonio Paolucci. Dann wäre es die bedeutendste archäologische Anlage der Welt, eine Touristenattraktion und ein wunderbarer Platz für wissenschaftliche Studien.

In dem 80 Quadratmeter großen Gebäude hatten die Gladiatoren trainiert, bevor sie im nahegelegenen Amphitheater antraten. Es war bislang eines der am besten bewahrten Gebäude Pompejis. Am Samstagmorgen stürzte es ein, vermutlich weil eindringendes Wasser nach starken Regenfällen den Boden aufgeweicht hatte.

Das Ausgrabungsgelände von Pompeji ist seit längerem im Verfall begriffen. Die Hälfte der weltbekannten Ausgrabungen sind Touristen nicht zugänglich. Experten kritisieren seit längerem, dass staatliche Sparmaßnahmen die Erhaltung wichtiger Denkmäler unmöglich machten.

Pompeji und seine etwa 20 000 Einwohner waren im Jahr 79 vor Christus bei einem Ausbruch des Vesuvs unter Asche und Lavasteinen begraben worden.