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Russischer Journalist nach Überfall im Koma

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Russischer Journalist nach Überfall im Koma

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Der russische Journalist Oleg Kaschin liegt nach einem Überfall im künstlichen Koma. Zwei Unbekannte hatten den kritischen Reporter der Tageszeitung “Kommersant” am frühen Samstagmorgen in Moskau brutal zusammengeschlagen. Nach einer Notoperation versetzten die Ärtze den 30-Jährigen ins Koma. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes. Präsident Medwedew befahl dem Generalstaatsanwalt und dem Innenminister, den Fall persönlich zu überwachen.

Kaschins Frau Eugenia Milova und seine Kollegen sehen einen klaren Zusammenhang mit seinem Beruf: “Die Tatsache, dass Olegs Kiefer, Finger und Beine gebrochen wurden, weist offenkundig darauf hin, dass das eine Warnung von jemandem sein sollte, damit Oleg nicht mehr für seine Stories recherchiert, sie veröffentlicht und darüber spricht”, sagt Milova.

In den vergangenen Jahren sind in Russland immer wieder Journalisten angegriffen oder sogar wie die kremlkritische Reporterin Anna Politkowskaja ermordet worden. Kaschin hatte unter anderem Artikel über extremistische Jugendgruppen und über ein umstrittenes Autobahn-Projekt geschrieben. Auch ein Lokaljournalist und ein Gegner des Projektes waren von Unbekannten zusammengeschlagen und schwer verletzt worden.