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Atomgegner stoppen Castor-Transport

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Atomgegner stoppen Castor-Transport

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Massenproteste und Gleisblockaden von Atomkraftgegnern haben den Castor-Transport
mit hoch radioaktivem Atommüll knapp vor dem Ziel Dannenberg im deutschen Bundesland Niedersachsen gestoppt.

Der Zug mit 123 Tonnen radioaktiver Abfälle wurde im Bahnhof Dahlenburg abgestellt, bis Montagmorgen oder womöglich länger. Die teils seit mehr als 24 Stunden eingesetzten Polizisten waren laut (Polizei)gewerkschaft am Ende ihrer Kräfte – auch die mobilen Küchen waren zum Teil steckengeblieben.

Jens Magerl, Sprecher der atomkraftkritischen wendländischen Inititiative ‘WiderSetzen’:

“Die haben einfach nicht genügend Leute, um uns hier angemessen wegzubringen – gewaltfrei. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das gehen soll.”“

Der Castor-Zug war am Freitag in Nordfrankreich von der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague gestartet und hatte bereits bei der Ankunft in Dahlenburg mehrere Stunden Verspätung.
In Dannenberg gehen die Behälter auf Tieflader – einschließlich Strahlungmessung dürfte das rund 15
Stunden dauern – für die letzten 20 Kilometer auf der Straße zum Zwischenlager Gorleben.

20 000 Polizisten sind rund um den Transport im Einsatz, weitere 1300 angefordert.
Krawalle überschatteten am Sonntag im niedersächsischen Wendland die
friedliche Anti-Atom-Demonstration mit bis zu 50 000 Teilnehmern vom Tag zuvor. Mehrere Menschen wurden verletzt, 16 Aktivisten vorübergehend festgenommen.

Die Castor-Demonstranten begründen ihren Protest auch mit der Laufzeitverlängerung für die 17 deutschen Atomkraftwerke.