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Berlusconi ohne Mehrheit - das Ende?

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Berlusconi ohne Mehrheit - das Ende?

Berlusconi ohne Mehrheit - das Ende?
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Dies sollte eigentlich eine politische Analyse zur Situation des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi werden.
Aber beim “Cavaliere”, der immer mal wieder durch seine höchst eigene Art von “Ritterlichkeit” Schlagzeilen macht, geht das nicht ohne Skandale.
Der jüngste handelt von einem minderjährigen Party-Girl, Gast in seinem Hause.
Als das Mädchen wegen des Verdachtes auf Ladendiebstahl bei der Polizei landete, soll der “Cavaliere” ganz ritterlich “Ruby” da herausgeholt haben.

Je schwieriger die politische Lage für Berlusconi, um so lauter pflegt er mit Beleidigungen um sich zu werfen. Und schwierig ist die Lage – Berlusconi hat im Juli seinen langjährigen konservativen Partner Gianfranco Fini aus der bis dahin gemeinsamen Regierungspartei gedrängt.

Der italienische Regierungschef, der demnächst den deutschen Außenminister treffen wird, sagte in einer offiziellen Rede, es sei doch immer noch besser, eine Schwäche für schöne Mädchen zu haben – als schwul zu sein.

Theoretisch läuft Berlusconis Amtszeit bis 2013.
Aber ohne Fini – das weiss man auch beim italienischen Unternehmerverband – bleibt Berlusconi ein Ritter ohne Gefolgschaft.
Spricht: ohne Mehrheit im Parlament.

Ein frühzeitiges Ende der Legislaturperiode wird immer wahrscheinlicher.
Nun wissen in Rom Freund wie Feind, dass Berlusconi niemals freiwillig von der Macht lassen wird.
Der Verfassungsrechtler erinnert daran, dass die italienische Republik sehr wohl das parlamentarische Mittel des Mißtrauensvotums kennt.
Der zum heftigsten Feind mutierte Ex-Freund Gianfranco Fini bastelt jedenfalls schon an seiner neuen Partei.
“Futoro e liberta per Italia” soll die heissen.
“Zukunft und Freiheit für Italien.”.