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Protest schon vor dem Urnengang

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Protest schon vor dem Urnengang

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In Jordanien wird an diesem Dienstag ein neues Parlament gewählt. Überschattet wird der Urnengang bereits im Vorfeld durch Proteste. Viele fordern eine Änderung des Wahlgesetzes. Das Wahlsystem begünstigt Stammesvertreter und Einzelkandidaten, die meist den Regierungskurs mittragen.
 
Aus Protest gegen das System will die größte Partei des Landes, die Islamische Aktionsfront IAF, die Wahl boykottieren. Ein Sprecher erklärte, das aktuelle Wahlgesetz erlaube nicht die Bildung eines wirklich repräsentativen Rates, der die Interessen der Bevölkerung vertrete und der zu einer parlamentarischen Institution ausgebaut werden könne.  
   
Das aktuelle Wahlgesetz gibt Stimmen in ländlichen Gegenden, wo gebürtige Jordanier leben, mehr Gewicht als den Stimmen aus den Ballungszentren, wo viele mit palästinensischen Wurzeln leben.
 
Jamal Al-Alawi, Kandidat der patriotischen Partei, die die Regierung unterstützt unterstrich: “Es ist das erste Mal, dass die Wahlen fair sein werden. Wenn ich davon nicht überzeugt wäre, würde ich nicht antreten.”
 
Euronews-Korrespondent Mohamed Elhamy: “Politische Reformen und die Forderung nach der Änderung des Wahlgesetzes sind die Gründe, warum die Islamische Aktionsfront die Abstimmung boykottiert. Was das bringt, wird sich an der Wahlbeteilgung zeigen.”