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Währungen: Washington und Peking kreuzen die Klinge

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Währungen: Washington und Peking kreuzen die Klinge

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Wenige Tage vor Beginn des G20-Gipfels in Südkorea hat sich im Währungskonflikt der Tonfall deutlich verschärft. China äusserte massive Kritik an der jüngsten Entscheidung der US-Notenbank, zusätzliche 600 Milliarden Dollar ins Bankensystem zu pumpen.

Die Führung in Peking befürchtet, dass günstige US-Kredite anschliessend in Wachstumsländern wie China investiert werden und dort die Inflation weiter anheizen.

Die USA wiesen die Kritik umgehend zurück. Auf einer Pressekonferenz während seiner Indien-Reise stellte sich Präsident Barack Obama hinter die Federal Reserve. Diese habe gehandelt, um das US-Wachstum anzukurbeln. Es gebe nichts Schlimmeres für die Weltwirtschaft als eine andauernde Stagnation der US-Konjunktur.

Washington kritisiert dagegen China, seine Währung künstlich niedrig zu halten, um dadurch Wettbewerbsvorteile im Welthandel einzustreichen.

Um Währungskonflikte und globale Ungleichgewichte künftig zu vermeiden, schlägt Weltbank-Präsident Robert Zoellick eine Neuauflage des Goldstandards vor. In einem Beitrag für die Financial Times schrieb er, Gold könne ein internationaler Referenzpunkt für die Markterwartungen von Inflation und dem Wert von Währungen sein.

Wegen seines historischen Scheiterns in den 1930er Jahren ist der Goldstandard heute bei Experten weitgehend diskreditiert.