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Castor-Transport: Mit Schaf, Ziege, List und Tücke zur Rekordverspätung

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Castor-Transport: Mit Schaf, Ziege, List und Tücke zur Rekordverspätung

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So lange war in 15 Jahren noch kein Castor-Transport von La Hague in Frankreich unterwegs nach Gorleben im deutschen Bundesland Niedersachsen. Mehr als 80 Stunden sind es schon – das ist mehr als ein Tag Verspätung.

Atomkraftgegner setzten bei der Blockade der letzten Etappe der elf Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll per Lastwagen in das Zwischenlager vor allem auf List und Tücke:
So blockierte eine 1,50 Meter hohe Betonpyramide fünf Stunden lang die Transportstrecke, angekettet vier Aktivisten.

Ein umfrisierter Brauereilaster von Greenpeace nötigte selbst den gestressten Ordnungskräften Respekt ab. Platziert auf einer neuralgischen Kreuzung, hatten sich im Inneren
Aktivisten so befestigt, dass die Polizei den Lkw nicht fortbewegen konnte, ohne sie zu verletzen.

In Zahlen: Rund 2 400 Aktivisten verbrachten die Nacht zum Teil auf der Straße. Am Wochenende hatten Zehntausende Demonstranten rund 20 000 Polízisten beschäftigt.

Fast 1000 Verletzte beklagt die umstrittene Kampagne “Castor Schottern”, darunter mindestens eine Schwerverletzte, vor allem durch Reizgas.

Am Sonntag war es am Rande der überwiegend friedlichen Demonstrationen zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei machte bislang keine eigenen Angaben zur Zahl der Verletzten.

1200 ebenfalls blockierende Schafe und 500 Ziegen zogen widerstandslos ab.

Der deutsche Bundestag diskutiert am Mittwoch über die Demonstrationen gegen die Atommülltransporte ins Wendland.