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Der Westsahara-Konflikt

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Der Westsahara-Konflikt

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Es ist der letzte Konflikt des Kolonialzeitalters, dazu noch belastet mit einigen Erbstücken des Kalten Krieges. Diese Bilder stammen aus dem Jahr 1975. Da nutzte der damalige marokkanische König Hassan II. die Gunst der Stunde, um vollendete Tatsachen zu schaffen. In der ehemaligen Kolonialmacht Spanien lag Diktator Franco im Sterben. Niemand wagte etwas zu entscheiden.
Also schickte der König von Marokko seine Untertanen auf den sogenannten “Grünen Marsch”,
um das umstrittene Gebiet zu besetzen.

Dagegen wehrte sich die Unabhängigkeitsbewegung POLISARIO. Die wusste Algerien hinter sich – und hinter Algerien die sozialistischen Staaten von UdSSR bis DDR. 1976 rief die POLISARIO die “Demokratische Arabische Republik Sahara” aus, die von der “Afrikanischen Union” als Mitglied aufgenommen wurde. Nachdem diverse Versuche von Volksabstimmungen im wahrsten sinne des Wortes “im Sande verliefen” sieht der faktische Grenzverlauf heute so aus: Die dunkelbraun markierten Gebiete im Osten und Süden kontrolliert die POLISARIO, die hellbraunen bis zur Küste samt aller Städte kontrolliert Marokko. Die Saharauis leben in solchen Lagern, 180.000 auch in Flüchtlingslagern im algerischen Teil der Sahara.

Nach jedem Geländegewinn hat Marokko “seine” Gebiete mit Mauern vom POLISARIO-beherrschten Teil abgegrenzt, die inzwischen 2.500 Kilometer lang sind. Die Vereinten Nationalen haben mit mehreren Resolutionen das Recht der West-Sahara-Bewohner bekräftigt, in einer Volksabstimmung selbst über ihre Zukunft zu entscheiden. Letztlich wurden unter Schirmherrschaft der Weltorganisation ab 2008 vier inoffizielle Treffen abgehalten, die auch kein Ergebnis brachten.
Das Mandat dafür hat der UN-Sicherheitsrat unter einem neuen Vermittler bis 2011 verlängert.

Bleibt die Frage: Warum wird so hartnäckig um ein Stück Wüste gerungen? Natürlich geht es beiden Seiten ums Prinzip. Um die Größe des Reiches für den marokkanischen König – und auch um die Phosphatvorkommen unter dem Sand. Um das Selbstbestimmungsrecht eines Volkes, auch wenn die Saharastämme erst dabei sind, sich als ein Volk zusammen zu finden. Und die ohne politische Lösung auf internationale Hilfe zum Überleben angewiesen sind.