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Die Wirtschaftssorgen der EU mit China

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Die Wirtschaftssorgen der EU mit China

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So ähnlich wie bei der Begrüßung des britischen Premiersdürfte es jedes mal klingen, wenn der mächtige Mann in Peking Station Europäer empfängt. Von Italienern über Franzosen bis Portuiesen – alle stöhnen sie über ihr Bilanzdefizit im Handel mit China. Auch die Deutschen.
Und alle sind sich mit US-Präsident Obama einig, der China aufgefordert hat, seine unterbewertete Währung aufzuwerten. Alle brauchen sie den chinesischen Markt. Die inzwischen zweitstärkste Wirtschaftsmacht der Welt ist nicht nur für die Europäische Union längst Handelpartner Nummer eins geworden. Wie also damit umgehen?
Der britische Finanzminister George Osborne nennt
den Handel mit China eine der größten Herausforderungen für die Wirtschaft des Westens und schlußfolgert, man müsse China als Teil der Lösung sehen und nicht als Teil des Problems.
Das Problem: Die Europäer sind inzwischen bei einem Handelsbilanzdefizit von 169 Milliarden Euro angekommen. Dass die chinesischen Lieferungen in 7 Jahren immer bei etwas mehr als dem Dreifachen der europäischen blieben, ist ein schwacher Trost.
“made in China” ist eben unschlagbar billig.
Auch bei dem anderen Problem ist man nicht vorangekommen, der chinesischen Nichtachtung für westliche Regelungen von Urheberrechten.
Vielleicht hat das ja auch mit der westlichen Zurückhaltung in anderen Rechtsfragen zu tun.
Auch bei Menschenrechten will keinen die neuen Reichen zu sehr reizen.
Die Deutschen sind besonders gut im Chinageschäft.
“made in germany” sind 43 % der EU-Lieferungen nach China. Großbritannien ist da wesentlich zurückhaltenden. Das größte Defizit in der Handelsbilanz haben die Niederlande.
Auch wenn im Moment selbst die Regierung in Peking nicht genau weiss, wieviele Einwohner ihr Land eigentlich hat – es läuft gerade eine Volkszählung – in jedem Fall sind es so viele, dass dies der aufnahmefähigste Markt der Welt ist.
Ein Beispiel: 2009 wurden in China 37 Millionen Autos verkauft. Für alle großen deutschen Autobauer ist trotz internationaler Konkurrenz China heute der Wachstumsmarkt Nummer eins.