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Polizei und Demonstranten einig: Castoraktion war ein voller Erfolg

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Polizei und Demonstranten einig: Castoraktion war ein voller Erfolg

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Nach der Ankunft des zwölften Castortransports in Gorleben haben Polizei und Atomkraftgegner ein positives Fazit des Atommülltransports gezogen. Die Demonstranten waren zufrieden, weil sie den Transport um mehr als einen Tag verzögern konnten, die Polizei, weil ihre Konzeption aufgegangen ist.

“Ich bin froh, dass die Demonstrationen zu einem großen Teil friedlich abgelaufen sind, allerdings mussten wir auch wie befürchtet feststellen, dass eben auch Gewaltbereite hier ins Wendland gekommen sind und insofern auch Straftaten begangen haben. Die Konzeption der Polizei ist aufgegangen”, erklärte der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann auf der abschließenden Pressekonferenz.

Begleitet von teilweise auch gewalttätigen Protesten und Blockaden war der Castortransport am Dienstag kurz vor 10.00 Uhr mit mehr als eintägiger Verspätung im Zwischenlager Gorleben eingetroffen. 92 Stunden hatte die Fahrt von der Wiederaufarbeitungsanlage in der Normandie bis ins Wendland insgeamt gedauert -der längste Castor-Transport der Geschichte.

Die Gegner eines Atomendlagers in Gorleben sehen sich nach dem Rekordprotest im Aufwind. “Der Castor-Zug ist in Gorleben eingetroffen, aber die Bundesregierung ist weiter denn je von ihrem Ziel entfernt, Akzeptanz für Atomkraft in Deutschland zu schaffen,“sagte Robin Wood-Vorstand Florian Kubitz. “Die Proteste haben gezeigt, dass die Haltung schmilzt, dass wir nichts bewegen können”, sagte Jochen Stay von der Kampagne “ausgestrahlt” in Trebel.

Eine gute Stunde hatte der Konvoi der Schwerlaster gebraucht, um die Strecke zwischen dem Verladebahnhof Dannenberg zum Zwischenlager zu überwinden. Tausende Polizisten sicherten die Strecke, nachdem sie in der Nacht eine Sitzblockade von mehreren tausend Demonstranten aufgelöst hatten. Die Demonstranten hatten bis zu 44 Stunden ausgeharrt.

Vor dem Verladebahnhof Dannenberg verzögerten am Montagabend zwei Greenpeace-Mitglieder die Abfahrt der Tieflader mehr als zwölf Stunden lang. Sie hatten sich in einem als Bierlaster getarnten Lkw an einen Betonblock fixiert. Die Polizei bekam sie erst am frühen Morgen los.