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Umstrittene Parlamentswahl in Jordanien

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Umstrittene Parlamentswahl in Jordanien

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In Jordanien wird an diesem Dienstag ein neues Parlament gewählt. Überschattet wird der Urnengang bereits im Vorfeld durch Proteste gegen das Wahlsystem. Die größte Partei des Landes, die Islamische Aktionsfront, die von der gemäßigt islamistischen Moslembruderschaft getragen wird, will die Wahl boykottieren. Das gegenwärtige Wahlsystem begünstigt Stammesvertreter und Einzelkandidaten, die zur Regierung halten.

Ein Streitthema ist die Zahl der für Frauen reservierten Mandate. Sie wurde von sechs auf zwölf verdoppelt – bei insgesamt 120 Sitzen. Die Quote sei nötig, betont die Kandidatin Reem al-Qasim: “Das ist so, weil in unserer arabischen Gesellschaft, die Männer über das Geld verfügen. Dadurch können sie mehr ausgeben als Frauen, um Menschen zusammenzubringen.”
Die Zahl der Kandidatinnen ist gegenüber der vorigen Abstimmung zurückgegangen: 2007 waren es 199, diesmal sind es 134.

Euronews-Korrespondent Mohamed Elhamy:
“Trotz der starken Beteiligung von Kandidatinnen in den letzten Jahren müssen Frauen noch immer etliche Hindernisse überwinden, um sich aktiv am politischen Leben Jordaniens zu beteiligen. Die Quote für Kandidatinnen ist vielleicht die einzige Tür, durch die sie in die politische Arena gelangen können.”