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Erste Cholera-Infektionen in Haitis Hauptstadt

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Erste Cholera-Infektionen in Haitis Hauptstadt

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Die Cholera-Epidemie hat offenbar endgültig Haitis Hauptstadt Port-au-Prince erreicht. Zum erstenmal haben Mediziner mit Kranken zu tun, die sich innerhalb der Stadtgrenzen infiziert haben.

Die UNO-Agentur für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) hat inzwischen in ganz Haiti 544 Opfer der Seuche gezählt, mehr als 8 100 Patienten würden in Krankenhäusern behandelt.

Der Hurrikan “Tomas” hatte am Freitag die triste Lage in dem vom Erdbeben zerstörten Land noch verschärft. Wegen der Sturmgefahr hatten die Behörden zwei von vier Cholera-
Behandlungszentren wieder abbauen müssen.

Im Hurrican starben mindestens 20 Menschen. Mehr als 48 000 mussten in Sicherheit gebracht werden, knapp 6600 sind seither zusätzlich obdachlos.

Inziwschen sind viele Haitianer Überlebensprofis.
Zum Beispiel Ernest Constant, ein arbeitsloser Lehrer:

“Was wir brauchen, als haitianisches Volk, wir brauchen Arbeit – das Land soll wieder aufgebaut werden – Arbeit und dann Schulen , Universitäten, Krankenhäuser, das ist alles was wir brauchen. Arbeiten können wir.”

Bei dem Erdbeben im Januar waren mehr
als 220 000 Menschen umgekommen, über eine Million leben seither in riesigen Zeltlagern.

Noch sehen die Behörden aber keinen Grund, die am 28. November vorgesehenen Wahlen zu verschieben.