Eilmeldung

Eilmeldung

G20-Gipfel mit kontroversen Standpunkten

Sie lesen gerade:

G20-Gipfel mit kontroversen Standpunkten

Schriftgrösse Aa Aa

US-Präsident Barack Obama steht vor einem schwierigen G20-Gipfel: Denn die USA ernten seit Tagen wegen der 600-Milliarden-Dollar Geldspritze der Fed harsche Kritik. Der kanadische Premierminister Stephen Harper kündigte an, auf die Verabschiedung von konkreten Handelsbilanz-Zielen zu drängen, Russlands Staatschef Dmitri Medwedew will das Vorhaben Chinas thematisieren, mehr Geld zu drucken, und die australische Regierungschefin Julia Gillard hofft, dass auf dem Gipfel konkrete Wirtschaftsreformen beschlossen werden.

Zehntausende Polizisten und Soldaten sollen für die Sicherheit der Gipfelteilnehmer sorgen. Schon im Vorfeld wurden die Kontrollen ausgeweitet; auch Spürhunde kamen zum Einsatz. Im Inneren des Konferenzzentrums sind heftige Diskussionen zu erwarten – vor allem, wenn es um den Währungsstreit geht. China, dem seit langem ein unfaires Spiel mit unflexiblen Wechselkursen vorgeworfen wird, gerät voraussichtlich weiter unter Druck, aber Analysten wie Kim Jung-Sik hoffen, dass eine Lösung gefunden wird: “Ich denke, es könnte einen Deal geben, mit dem die Währungen mehrer Länder zusammengefasst werden, etwa China, Japan und Südkorea, also Länder, die mit den USA einen Handelsbilanzüberschuss haben.”

Aber nicht nur die Frage der Auf- oder Abwertung von Währungen wird voraussichtlich für Kontroversen sorgen. Tatsächlich sind die G20-Mitglieder bei so gut wie allen Themen uneinig, ob es nun um den Handelsausgleich geht oder um Fragen der Budgetpolitik. Nur ein Punkt scheint weitgehend unstrittig: die stärkere Regulierung der Finanzmärkte mit dem Basel-III-Abkommen. “Kurz vor dem Gipfel scheint es eine Übereinkunft zu geben, dass der so genannte Währungsstreit an der Spitze der Agenda rangiert”, meint Euronews-Journalist Seamus Kearney. “Aber Beobachter, mit denen ich gesprochen habe, meinen, dass die Öffentlichkeit auch signifikante Fortschritte bei den anderen Themen erwartet, etwa bei Maßnahmen gegen eine neue Finanzkrise oder bei der Reform der globalen Finanzinstitutionen.”