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Neue Drogen und Kokain in Europa auf dem Vormarsch

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Neue Drogen und Kokain in Europa auf dem Vormarsch

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Eine Rekordzahl neuer synthetischer Suchtgifte, immer ältere Drogenabhängige und ein stark unterschätztes Kokain-Problem – das meldet der neue Jahresbericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, EBDD.

Anlass zur Sorge bereitet den Fachleuten der Anstieg der Kokaintoten. Jährlich sterben in Europa rund 1000 Menschen am Kokainkonsum.

Laut dem Direktor des EBDDs ist die Drogensituation in Europa aber trotzdem relativ stabil:
“Wir geben ein sehr genaues Bild von der Lage. Doch es ist nur so genau, wie die Informationen, die uns zur Verfügung stehen. Wir können unsere Datensammlung und unsere Analysen weiter verbessern. Wir arbeiten momentan daran.”

Die Produzenten synthetischer Drogen werden immer einfallsreicher. 2009 wurden insgesamt 24 neue psychoaktive Substanzen gemeldet. Die gesundheitlichen Folgen dieser neuen Stoffe lassen sich noch nicht abschätzen.

Der Bericht des EBDDs gibt einen Überblick, doch die Drogensituation ist von Land zu Land verschieden. Portugal hat 2001 ein neues Gesetz verabschiedet, demzufolge Drogenabhängige nicht mehr als Kriminelle angesehen werden, sondern als Patienten, die eine Behandlung benötigen.

Laut dem Psychiater Manuel Vasconcelos hat sich seitdem die Wahrnehmung der Drogenabhängigen geändert und die Behandlung ist zugänglicher geworden:
“Die sozialen Auswirkungen wurden durch das Gesetz verringert und es ist heute einfacher Menschen in Behandlungszentren zu bringen. Heute werden die Probleme in Portugal früher erkannt. Wir können den Menschen, deren Gesundheitszustand bedenklich ist, besser helfen.”

Allein in Portugal suchten 2009 mehr als 10.000 Süchtige in Behandlungszentren Hilfe. Der EBDD warnt, dass trotz Krise, an Drogenprävention und Behandlung der Abhängigen nicht gespart werden sollte.