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Papst-Attentäter nennt Vatikan als Auftraggeber

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Papst-Attentäter nennt Vatikan als Auftraggeber

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Der Mann, der vor fast dreißig Jahren Papst Johannes Paul II mit Schüssen schwer verletzte, hat den Vatikan beschuldigt, den Anschlag angeordnet zu haben. Der Türke Ali Agca, dem der Papst bei einem Besuch im Gefängnis vergab, machte seine neuen Angaben im
türkischen Fernsehen, im ersten Interview seit seiner Haftentlassung im Januar. Früher hatte er bereits den bulgarischen Geheimdienst beschuldigt und von der Beteiligung palästinensischer Gruppen gesprochen, nun sagte er:
“Die Vatikan-Regierung ordnete den Anschlag auf den Papst an. Sie plante und organisierte ihn. Der Befehl, auf den Papst zu schießen, wurde gegeben vom Staatssekretär des Vatikans, Kardinal Agostino Casaroli.”
Der Zweck des Attentats sei es gewesen, den Verdacht auf das Sowjet-Imperium zu lenken – und es so zu Fall zu bringen. Agca deutete zudem an, dass der Papst von dem Plan wußte und seine Verletzung in Kauf nahm.
Der Kardinalstaatssekretär Casaroli kann sich zu den Angaben nicht mehr äußern, er starb vor zwölf Jahren.
Bei dem Anschlag auf dem Petersplatz in Rom erlitt der Papst einen Bauchschuss. Das entsprach laut Agca dem Befehl: Er habe den Papst keinesfalls töten sollen.
Agca verbüßte zwanzig Jahre Haft in Italien sowie anschließend zehn Jahre in der Türkei für den Mord an einem Journalisten noch vor dem Papst-Attentat.