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Seoul, eine Stadt, die niemals schläft

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Seoul, eine Stadt, die niemals schläft

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Trommelspieler beleben das Seouler Zentrum. Ein dynamischer Rhythmus in einer dynamischen Stadt. Hier wird lange und hart gearbeitet. Südkorea steht an der Spitze der boomenden Schwellenländer.

Doch anläßlich des G20-Gipfels, wenn die ganze Welt auf Südkorea blickt, möchte die Hauptstadt zeigen, dass man hier auch entspannen kann.

“In Seoul findet jeder das Passende für sich. Egal ob am Mittag oder um Mitternacht. Seoul möchte sich als eine Stadt, die niemals schläft, präsentieren”, erklärt euronews- Reporter Seamus Kearney.

In vielen Stadtteilen ist rund um die Uhr Betrieb. Essen, Trinken, Leute treffen- das geht hier zu jeder Zeit. Und Kriminalität scheint dabei kein Problem zu sein. Der Stadtteil Itaewon ist bekannt für sein Nachtleben. Hier treffen sich Touristen und Ausländer, die hier leben, darunter auch US-Soldaten. Die vielen englischen Touristen sind sich einig: “Das Nachtleben ist fantastisch”.

“Es heißt, Las Vegas sei die Stadt, die niemals schläft, aber ich denke, das ist Seoul”.

“Schauen Sie sich das Viertel doch ‘mal an. Die Leute kommen von überall her. Kaufen kann man auch alles und es wird kräftig gefeiert. Was will man mehr?”

Das Besondere, erklären zwei Einheimische, sei die Mischung aus Spaß und Arbeit in Seoul:

“Die Leute hier haben komische Arbeitszeiten. Sie treffen sich und vergessen darüber die Zeit. Sie wollen sich amüsieren, was nicht heißt, dass sie nicht auch arbeiten”.

“Wir wollen das Leben genießen, doch wir verlieren dabei auch nicht unsere Verpflichtungen aus den Augen”.

Doch Seoul ist nicht die einzige Stadt in Asien, die
zu den besten Partyorten auf der Welt zählen möchte und um in diesem hartumkämpften Rennen mitzuhalten, investiert Südkorea eine Menge.

“In Seoul ist die koreanische Kultur sehr stark zu spüren. Wir arbeiten hart, doch danach ist Schluss. Die Vergnügungskultur hat sich hier unheimlich entwickelt”, erklärt ein koreanischer Tourismus-Manager. “Dabei gehts nicht nur um Essen und Trinken sondern um Party rund um die Uhr.”

Das Sejong Kunstzentrum organisiert Veranstaltungen mit traditionellem koreanischem Tanz und Musik. Doch auch moderne Shows und Musicals werden hier präsentiert, so wie die erste nicht englischsprachige Fassung von Billy Elliot.

“Drei Stunden Billy Elliot spielen ist nicht leicht, aber es macht Spaß und es ist interessant, so zu tanzen wie er”, sagt der Hauptdarsteller.

In kleineren Theatern werden Stücke wie Samuel Becketts “Warten auf Godot” auf koreanisch gespielt. “Theater wird für ein Publikum gemacht. Manchmal macht es traurig, doch in jedem Fall wollen wir die Leute bewegen. Seouls Nachtleben beginnt und endet mit Theater, erklärt der Direktor des Sanwoolim Theaters.

Und für alle, die immer noch große Augen machen, hat Seamus Kearney noch einen Vorschlag:
“Wie wäre es mit etwas Power-Shopping um vier Uhr morgens?”

In manchen Vierteln sind die mehrstöckigen
Luxus-Boutiquen auch nachts geöffnet, geschlossen werden Sie nur kurz zur Frühstückszeit. Diesem Rhythmus haben sich auch die traditionellen Märkte angeschlossen. Schier endlos reihen sich die vielen Shops aneinander.

Wer dennoch Probleme mit dem Wachbleiben hat, dem wird geholfen: Auch Cafes boomen rund um die Uhr. Sie säumen fast alle Hauptgeschäftsstraßen.

Seoul allerdings scheint wirklich nie müde zu werden.