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euronews zum Konflikt um Westsahara

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euronews zum Konflikt um Westsahara

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Euronews-Reporterin Anna Bressanin steht 40 Kilometer außerhalb von New York vor dem Ort der Verhandlungen zwischen der POLISARIO und der marokkanischen Regierung. Sie wird versuchen, beiden Verhandlungspartnern die gleichen Fragen zu stellen. Zunächst aber hält sie die Erklärung von Christopher Ross fest.
Der vom UN-Generalsekretär mit der Vermittlung der Gespräche beauftragte Diplomat teilt nur mit, dass beide Seiten sich auf ein weiteres Treffen im Dezember verständigt haben im Rahmen des vom UN-Sicherheitsrat per Resolution vorgegebenen Verhandlungsprozesses.
Zeit für die erste euronews-Frage an den POLISARIO-Vertreter Ahmed Boujarib:
Wie liefen die Verhandlungen? Sind Sie zufrieden?

Der verweisst zunächst auf die alles andere als einfachen Umstände. Er spricht von “der Tragödie von El Auin mit Toten und Verletzten.”
Er sagt, an jenem Tag seinen seiner Seite Zweifel am Sinn der Verhandlungen gekommen, er benutzt das Wort “entgleisen”, um die Atmosphäre zu charkterisieren – und betont dann doch, man habe die Möglichkeit, in aller Tiefgründigkeit zu diskutieren.

Frage:
“Und worüber werden Sie in der nächsten Etappe in Genf reden?”

In Genf, so meint der POLISARIO-Vertreter, wolle man über ein Programm der Zusammenführung durch den Krieg getrennter Familien sprechen.
Fügt aber sofort seine Überzeugung an, dass die internationale Gemeinschaft, die Vereinten Nationen, nach der Tragödie von El Aiun die Notwendigkeit sehen, eine gerechte und endgültige Lösung des Problems zu finden.
Er nennt Marokko einen Nachbarn, mit dem man auch in Zukunft rechnen werde.
Wörtlich: “Deshalb wollen wir Marokko im Falle der Unabfängigkeit priviligierte Beziehungen anbieten.”

Frage
“Autonomie wollen Sie nicht?”

Der POLISARIO-Vertreter antwortet:
“Die Autonomie ist eine Möglichkeit, aber nicht die einzige. Wir wollen ein Referendum mit verschiedenen Optionen – wie von den UN definiert.”

Die Westsahara-Frage ist längst kein isoliertes Problem eines kleinen Volkes mehr. Seit der gewaltsamen Landnahme durch Marokko vor 35 Jahren hat sich das politische Umfeld grundlegend geändert. Inzwischen ist auch dieser Teil Westafrikas unter den Einfluß terroristischer Organisationen geraten. In den Weiten der Sahara werden Bürger westlicher Länder verschleppt.
Von Al Kaida oder auch von gewöhnlichen Kriminellen, die den Terroristen als bezahlte Dienstleister dienen.

Also fragte die euronews-Reporterin beide Seiten – erst den POLISARIO-Vertreter und dann den marokkanischen – nach der Rolle des Terrorismus in ihrem Konflikt.

“Chez nous il n´y a pas de terrorisme.”
“Bei uns gibt es keinen Terrorismus.”
Der POLESARIO-Mann bezeichnet den Terrorismus als “globale Bedrohung”, gegen die seine Seite Marokko Zusammenarbeit angeboten habe.
Aber Marokko habe abgelehnt.

Für den marokkanischen Außenminister Taieb Fassi Fihri gibt es nicht nur die Sicherheitsbedrohung. Natürlich sollten die Staaten der Region deshalb kooperieren. Er verweist aber auf ein weiteres Element, das von der internationalen Gemeinschaft oft unterstrichen werde: die andauernden Entwicklungsunterschiede, der ausbleibende Fortschritt, weshalb nicht alle Möglichkeiten für wirtschaftliche Entwicklung genutzt werden könnten. Für ihn hängen wirtschaftliche und Sicherheitsfragen zusammenl

Dies sind Bilder aus friedlichen Tagen in der Westsahara-Hauptstadt El Aiun.
Die euronews-Reporterin fragt den marokkanischen Außenminister, warum jetzt keine ausländischen Journalisten in El Aiun seien.

Der widerspricht. Es seien viel Jounalisten gekommen…

“…aber viele wurden nicht reingelassen..”, hakt die euronews-Reporterin nach:

Darauf der Minister:
“Bedauerlicherweise. Kommen, um Öl ins Feuer zu gießen, das ist es nicht, was man von Journalisten erwartet.”
Es folgen Medienschelte, Klagen über “gewisse Journalisten”, die ihre Wunschvorstellungen für die Realität nehmen würden und nicht sehen, dass der Frieden das Ziel sei.
Sagt kurz “Sukran”, das arabische Wort für “danke” und geht.