Eilmeldung

Eilmeldung

Cholera in Haiti, die voraussehbare Katastrophe

Sie lesen gerade:

Cholera in Haiti, die voraussehbare Katastrophe

Schriftgrösse Aa Aa

Cholera – der Schrecken vergangener Jahrhunderte – ist wieder da. In Haiti. Als hätten die Menschen hier nach Erdbeben und Hurrikan nicht schon genug gelitten! Leider verschlimmert aber jedes Naturereignis ihre Lage nur noch mehr.

Und hält so der internationalen Gemeinsschaft ihre Versäumnisse vor Augen!
Die hochansteckende Krankheit Cholera breitet sich umso schneller aus, je schlechter die sanitären Verhältnisse sind.

Deshalb ist ja das schnelle Aufräumen nach Naturkatastrophen so wichtig. Seit die Cholera am 19. Oktober ausbrach, sind mehr als 11.000 Infizierte gezählt worden.

Solche Verhältnisse mit Kloaken hinter den Zelten nahe bei Kochstellen sind an der schnellen Verbreitung schuld. Womit klar wird, dass es mit medizinischer Hilfe allein nicht getan sein kann.

Wenn immer noch 90 Prozent der beim Beben im Januar zerstörten Häuser in Trümmern liegen, dann war es nur ein Frage der Zeit, wann eine derartige Epedemie ausbricht.

In diesem Fall kamen noch die Regengüsse des Hurrikans dazu – und schon wurden aus Abwässern und Kloaken Brutstätten für die Krankheit.
Eine Frau klagt:

“Wir müssen uns selber helfen. Wir kaufen Chlortabletten, um damit das Trinkwasser zu reinigen. Von der Regierung bekommen wir ja keine Hilfe.”

Was sollen sie auch tun, in ihren zerstörten Häusern? Die deutsche Welthungerhilfe verteilt Nottfallpakete mit Desinfektionsmitteln, Seife, Wasserkanistern und Tabletten gegen Dehydrierung.

Da heisst es, einige tausend Hilfsorganisationen seien in Haiti aktiv. Vom Hillfsgeldern in Höhe von zehn Milliarden Dollar ist die Rede – aber ganz offensichtlich sind weder Helfer noch Geld in den vergangenen Monaten so eingesetzt worden, wie es nötig gewesen wäre.

Die Hilfsorganisationen setzen im Moment vor allem auf Prevention und Aufklärung, berichten Nachrichtenagenturen. Ihre Helfer erklären den leidenden Menschen, dass Durchfall ein Anzeichen für Cholera sein kann – in einem Land im Ausnahmezustand, wo Hygiene schlicht unmöglich ist.