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Kundgebung für Oleg Kaschin

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Kundgebung für Oleg Kaschin

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Einige hundert Menschen haben in Moskau für Oleg Kaschin demonstriert. Damit verurteilten sie auch jede Gewalt gegen Journalisten in Russland.

Kaschin ist Reporter für die Zeitung Kommersant. Am Wochenende war er brutal zusammengeschlagen
worden und erlitt schwere Verletzungen. Erst gestern wurde er wieder aus dem künstlichen Koma geholt.

Es sei sehr gut, dass die Ermittlungen jetzt unter besonderer Aufsicht stünden, sagt Anatoli Globa-Michailenko, der Verantwortliche der Kundgebung; und dass dem Präsidenten nicht egal sei, was im Lande vor sich gehe. Aber ob das helfen könne, das sei noch die Frage.

Journalistenverbände stufen Russland als sehr gefährliches Land ein. Angriffe wie auf Kaschin kommen öfter vor. Manche enden tödlich, wie 2006 für Anna Politkowskaja.

Der Hintergrund für den Angriff auf Oleg Kaschin ist unbekannt. Er berichtete aber unter anderem über den Streit um die geplante Autobahn durch den geschützten Chimki-Wald bei Moskau. Ebenfalls letzte Woche wurde ein Umweltschützer überfallen und zusammengeschlagen, der sich gegen diesen Autobahnbau stellte.

Vor zwei Jahren traf das gleiche Schicksal einen ebenfalls kritischen Journalisten in Chimki selbst. Monatelang lag er im Koma; ihm mussten ein Bein und mehrere Finger amputiert werden. Ohne weitere Erklärung haben die Behörden jetzt die Ermittlungen in diesem Fall wieder aufgenommen.