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Aung San Suu Kyi ist frei

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Aung San Suu Kyi ist frei

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Die Militärmachthaber in Myanmar haben Aung San Suu Kyi am Samstag aus dem Hausarrest entlassen. In einer kurzen sehr emotionalen Ansprache vor mehreren tausend Sympathisanten erklärte die Friedensnobelpreisträgerin, man werde das gemeinsame Ziel nur erreichen, wenn man geschlossen zusammenarbeite. Mehr wolle sie morgen in der Parteizentrale ihrer oppositionellen Nationalen Liga für Demokratie sagen.

Gegen 17 Uhr Ortszeit waren die Absperrungen vor ihrem baufälligen Haus in Rangun abgebaut worden. Den ganzen Tag über waren immer mehr Menschen in der Nähe der Polizeisperre zusammengeströmt. Unter den Wartenden waren auch ausländische Diplomaten. Nach der Aufhebung der Absperrung zog die Menge zu dem Haus am Inya-See.

Die Dissidentin ist seit dem Studentenaufstand 1988 politisch aktiv. Sie fordert Demokratie für das seit 1962 vom Militär regierte Myanmar. Dafür ist die Tochter eines Helden der Unabhängigkeitsbewegung insgesamt 15 der vergangenen fast 21 Jahre eingesperrt worden.

Nachdem sie während ihres vorangegangenen Hausarrests einen US-Bürger, der ungebeten in ihr Haus eingedrungen war, zwei Tage lang beherbergte hatte, war sie 2009 zunächst zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Auf Anordnung der Militärjunta wurde diese Strafe halbiert und konnte unter Hausarrest verbüßt werden. Damit sollte ihrem Vater, dem 1947 ermordeten Unabhängigkeitshelden General Aung San, Respekt erwiesen werden. Dieser Hausarrest lief am Samstag ab.