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Proteste gegen Gewalt in Westsahara

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Proteste gegen Gewalt in Westsahara

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Mehrere tausend Menschen haben in Madrid gegen die jüngsten Gewaltakte marokkanischer Einsatzkräfte in der Region Westsahara protestiert.

Geführt wurde die Demonstration von den Spitzen der beiden größten Gewerkschaften im Land. Unter den Demonstranten waren auch viele Künstler, so der spanische Schauspieler Javier Bardem, der die marokkanische Position scharf verurteilte:

“Der Zuspruch, den Marokko aus der ganzen Welt, vor allem aus Frankreich, Spanien und den Vereinigten Staaten erfährt, gibt dem Land das Recht zu tun, was immer es möchte – auch Gewalt wird nicht verdammt. Wir können nicht einfach vergessen, dass es sich um besetztes Gebiet handelt und dass sie alles tun können, was sie wollen, ohne dass ihnen jemand widerspricht. Wir sprechen hier übrigens auch über Mord.”

Westsahara grenzt an Mauretanien. Das Königreich Marokko im Norden annektierte die Region 1975, nach dem Rückzug der spanischen Kolonialmacht. Die Polisario-Rebellen erheben gegenüber Marokko den Anspruch auf die Unabhängigkeit der phosphatreichen Region.

Zuletzt hatten marokkanische Einsatzkräfte in der Region Laâyoune eine spontane Protestaktion blutig beendet und eine riesige Zeltstadt gewaltsam geräumt. Dabei kamen nach unterschiedlichen Angaben zwischen 12 und mehr als 70 Menschen ums Leben.