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Dämpfer für Merkel

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Dämpfer für Merkel

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Trotz heftiger Kritik an ihrer Amtsführung haben die deutschen Christdemokraten Bundeskanzlerin Angela Merkel als Parteivorsitzende wiedergewählt. Merkel verteidigte in einer kämpferischen Rede unpopuläre Entscheidungen, wie das Rettungspaket für den Euro.

“Ich sage Ihnen, es geht um das Ganze. Scheitert der Euro, dann scheitert Europa, dann scheitert die Europäische Werte- und Einigungsidee”, rief Merkel den Delegierten in Karlsruhe zu. Die Arbeit ihrer Bundesregierung könne sich sehen lassen, auch wenn der Start schlecht gewesen sei. “Ja, es ist eine Binsenweisheit, dass Koalitionen immer aus Parteien bestehen, die sich unterscheiden. Ja, es ist eine Binsenweisheit, dass sich neue Regierungen immer erst schwertun und sich finden müssen. Doch lasse ich diese Binsenweisheit als Erklärung nur bedingt gelten, denn die Enttäuschung um den Anfang der christlich-liberalen Regierung wiegt umso schwerer, als wir doch elf Jahre gewartet, gekämpft, gehofft, darauf hingearbeitet haben”, sagte Merkel.

Mit 90,4 % erzielte Merkel bei der Wahl der Parteivorsitzenden das zweitschlechteste Ergebnis ihrer Karriere. Beobachter werten das Ergebnis als Dämpfer. Bei der Wahl der vier stellvertretenden Parteichefs lag Umweltminister Norbert Röttgen mit 88,2 % vorne. Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen kam ebenso wie Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier auf 85,1 % Diese drei wurden neu in die engere CDU-Führung gewählt. Erneut wurde als weitere stellvertretende Vorsitzende Bildungsministerin Annette Schavan bestätigt – jedoch nur mit 64,7 %. Mit der Wahl ihrer vier Stellvertreter hat Merkel nun eine Parteiführung ganz nach ihrem Geschmack.