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Gefangen in Guantanamo


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Gefangen in Guantanamo

Mehr als hundert Menschen werden derzeit in Guantanamo festgehalten, jenem Gefangenenlager auf Kuba, das US-Präsident Barack Obama eigentlich schon im Januar schließen wollte.

Der Ex-Häftling Bisher El-Rawi erzählt:
“In Guantanamo kann es sein, dass du unschuldig bist und sie es wissen. Du kannst durch ein Prüfungsverfahren, das sie in Guantanamo durchführen, freigesprochen werden und sie werden dich trotzdem dort behalten. Manchmal deshalb, weil niemand die Ex-Häftlinge aufnehmen will.”

Omar Degayes, ein anderer Häftling, wurde 2007 aus Guantanamo entlassen und arbeitet heute für eine Menschenrechtsorganisation.

Seine Erinnerungen plagen ihn noch immer:
“Ein Wächter hat seine Finger in meine Augen gedrückt. Weil ich nicht schrie, dachte er, dass er nicht stark genug drückte. Also hat er seine Finger tiefer in meine Augen gebohrt. Ein Offizier stand neben ihm und befahl ihm: “Mach weiter”. Er schrie ihn an, weil ich immer noch nicht brüllte. Er glaubte, dass er nicht genug drückt. Dann hat der Wächter zurückgeschrien: “Aber, ich drücke doch.”
Dann war da ein Offizier, der eine Spraydose hatte. Er versuchte mein Gesicht einzusprühen, es brannte. Ich wollte mich mit meiner Hand schützen und steckte sie durch ein kleines Loch in der Tür. Ein anderer Offizier schloss die Klappe und quetschte meine Hand ein. Weil ich nicht schrie, drückte er stärker und stärker. Ich schrie immer noch nicht, also machte er weiter, bis er meinen Finger brach.”

Guantanamo – Vorschau auf die euronews-Reportage

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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