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Beratungen über Hilfe für Irland aus EU-Rettungsfonds


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Beratungen über Hilfe für Irland aus EU-Rettungsfonds

Als erstes Land in Europa könnte das

schuldengeplagte Irland den milliardenschweren Euro-Rettungsfonds in Anspruch nehmen. Nach Beratungen der EU-Finanzminister in Brüssel sagte der irische Minister Brian Lenihan im Fernsehen des Landes, an diesem Donnerstag würden Verhandlungen aufgenommen. Dies bestätigte der belgische Regierungschef Didier Reynders, dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat:

“Wir haben die Situation gestern in der Eurogruppe analysiert. Es ist sehr klar, dass wir einen Prozess starten werden mit dem Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Kommission und der EZB, um die Lage in Irland zu analysieren und festzustellen, ob ein irisches Hilfeersuchen auf europäischer Ebene erforderlich ist.”

Irlands Finanzminister erklärte, möglicherweise reiche ein Rettungsplan für den Notfall, um die Märkte zu beruhigen.

Auch Großbritannien, das nicht zur Eurozone gehört, hat Irland Hilfe angeboten. Dazu sagt der Analyst Daniel Gros vom Centre for European Policy Studies, das Vereinigte Königreich sei zwar selbst in einer schwierigen Haushaltslage: “Aber es hat noch immer ein Dreifach-A-Rating, weil die Märkte weiter annehmen, dass Großbritannien das durchsteht. Und der Betrag, den London Dublin vielleicht leihen wird, spielt im fiskalischen Gesamtbild Großbritanniens kaum eine Rolle.”

Derweil steht der irische Ministerpräsident Brian Cowen innenpolitisch unter Druck. Nach Meinung irischer Kommentatoren würde Finanzhilfe von außen und ein Verlust an Souveränität seine Chancen auf Wiederwahl weiter schmälern.

Der Krisenfonds wurde geschaffen, um Euro-Staaten vor dem Bankrott zu retten. Das Geld kann nur an Staaten fließen, doch wenn wie im Fall Irlands ein Staat mit der Sanierung seiner Banken überfordert ist, sind die Bedingungen einer Auszahlung nach Angaben der Europäischen Kommission gegeben.

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