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Staats-TV im Iran: Inhaftierte deutsche Reporter "Spione"

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Staats-TV im Iran: Inhaftierte deutsche Reporter "Spione"

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Der Iran hat in einem Fernsehbericht die Vorwürfe gegen zwei deutsche Journalisten verschärft, die dort seit mehr als fünf Wochen in Haft sind. Die Reporter der “Bild am Sonntag” sollen wegen Spionage angeklagt werden – und bis zum Ende des Verfahrens in U-haft bleiben. Bei Spionage ist die Todesstrafe möglich.

Die Reporter hatten versucht, in der nordwestiranischen Provinz Aserbaidschan Sohn und Anwalt der Iranerin Sakineh Mohammad-Aschtiani zu interviewen.

Der Iran beschuldigt die in Deutschland lebende Menschenrechtlerin Mina Ahadi, die beiden angestiftet zu haben – belegt wird die Darstellung durch kaum überprüfbare Videos im Staatsfernsehen “Chabar.”

“Ich möchte Frau Ahadi sagen, dass sie meine Geschichte nichts angeht,” sagte eine “Sakineh” in der Sendung.

Sakineh ist unter anderem wegen Ehebruchs zur Steinigung verurteilt. Sie wird auch der Beihilfe zum Mord beschuldigt.

Nach Protesten von Menschenrechtsorganisationen hatte der Iran die Vollstreckung im Juli vorerst ausgesetzt.

Der Sohn Sakinehs wurde nach offizieller Darstellung bei dem Interviewversuch verhaftet – ebenso der Anwalt.

Seine Mutter sei gar nicht gefoltert worden, sagte er nun in die Kamera, auch die Kontaktsperre habe er für ausländische Medien erfunden.

Ebenfalls im Staatsfernsehen hatte “Sakineh” bekannt, eine “Sünderin” zu sein.

Das Auswärtige Amt ist in Kontakt mit den beiden Inhaftierten, wollte sich aber nicht äußern, wie es ihnen geht.