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Konsistorium im Vatikan

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Konsistorium im Vatikan

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Im Vatikan hat die vom Papst einberufene Versammlung der Kardinäle mit einem nichtöffentlichen Treffen begonnen.

Das Konsistorium, wie diese Zusammenkunft der nach dem Papst höchten Würdenträger der römisch-katholischen Kirche genannt wird, kann wegen “besonderer Erfordernisse der Kirche” oder in “schwerwiegenden Angelegenheiten” stattfinden.

Die “schwerwiegende Angelegenheit”, die die katholische Kirche in eine tiefe Krise gestürzt hat, das sind zahlreichen sexuellen Übergriffe von Priestern.

Papst Benedikt XVI. ist intensiv bemüht, seine Kirche aus dieser Krise herauszuführen.

Auch wenn es sich um länger zurückliegende Verfehlungen handelt, von denen die heutigen Kardinäle nicht direkt betroffen seien – wie hier der mexikanische Kardinal Javier Lozano Barragan betont – ausgestanden ist das Problem noch lange nicht.

Der Papst hat nach den Veröffentlichungen im sogenannten “Murphy-Report” im vergangenen Jahr zunächst “apostolische Visitationen” in mehreren irischen Bistümern angeordnet.

2.00 s/w archiv Irland.

Bis Mai 2011 sollen die Abgesandten des Papstes vor Ort klären, wie es zu den vielen Mißbrauchsfällen kommen konnte.

Die Täter sollen ihre Schuld eingestehen und sich der weltlichen Rechtsprechung unterwerfen.

Nach jahrzehntelangem Mißbrauch an mehreren Tausend Zöglingen hatte der Papst in einem Hirtenbrief von “Schande und Reue “ gesprochen.

Ab morgen beginnt dann der öffentliche Teil des Konsistoriums. Der sieht die Ernennung von 24 weiteren Kardinälen vor.

Ein nach wie vor ungelöstes Problem sind die gespannten Beziehungen zu Peking.

Ein Teil der dortigen Katholiken ist in einer Art “Staatskirche” , die der Vatikan nicht anerkennt, gewissermaßen vom Regime vereinnahmt worden.

Gerüchte über möglichen “Annäherungsschritte” wurden vom Vatikan weder bestätigt noch dementiert.

Desweiteren steht das Thema Religionsfreiheit auf der Tagesordnung – und hier besonders die Sorge um die Christen im Irak nach dem Anschlag auf eine katholische Kirche Ende Oktober.

Dass der Papst im kommenden Jahr erneut seine deutsche Heimat besuchen werde, steht mittlerweile fest.