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NATO berät über Afghanistan-Abzug

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NATO berät über Afghanistan-Abzug

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Amerikas Präsident kommt politisch geschwächt nach Lissabon – nach den schweren Wahlniederlagen

seiner Partei Anfang des Monats. Dass die amerikanischen Soldaten ab Mitte nächsten Jahres aus Afghanistan abziehen, hatte Barack Obama vorher schon festgelegt. Seine Gegner kritisieren aber diese Festlegung: Er muss nun aufpassen, dass

er nicht als zu weich und nachgiebig erscheint.

Er freue sich, sagt Barack Obama, auf die Zusammenarbeit mit den Verbündeten, wenn es jetzt darum gehe, eine neue Phase einzuleiten: Die Übergabe der Verantwortung an Afghanistan selbst vom nächsten Jahr an – und landesweit bis 2014. Das Gipfeltreffen sei eine wichtige Möglichkeit, sich auf einen einheitlichen Kurs für diesen Übergang zu einigen.

Sowohl Vertreter der NATO als auch von Obamas Regierung sprechen aber schon davon, dass westliche Truppen auch nach 2014 immer noch in Afghanistan sein könnten.

Von einem Ziel spricht das Verteidigungsministerium, das vielleicht nicht überall im Land zu erreichen sei. Richard Holbrooke, Obamas Sondergesandter für Afghanistan, hat ebenfalls betont, das Zieldatum 2014 bedeute nicht, dass alle Truppen bis dahin abziehen würden. Es sei eine Strategie für den Übergang, nicht für den Abzug.

Und Mark Sedwill, der höchste zivile Vertreter der NATO vor Ort, sagt, der Einsatz sei Ende 2014 nicht vorbei: Er verändere sich nur. Der Übergang richte sich nach der jeweiligen Lage vor Ort; er könne bis 2015 und auch darüber hinaus dauern.