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Roter Thunfisch oder Sushi?

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Roter Thunfisch oder Sushi?

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Wenig Hoffnung auf strengere Fangquoten Greenpeace hat einen großen Plastik-Thunfisch zu den internationalen Verhandlungen über den Schutz des Blauflossen-Thunfischs in Paris aufgefahren. Die Umweltschützer sind enttäuscht, dass die EU in letzter Minute ihr ambitioniertes Vorhaben aufgab, eine deutlich verringerte Fangquote vorzuschlagen. Der Blauflossen- oder auch Rote Thunfisch ist vom Aussterben bedroht.
“Vor zehn Tagen hat die EU-Kommission die Quote von 6.000 Tonnen vorgeschlagen, jetzt wird über 11.000 Tonnen geredet. Das reicht nicht, und es ist das Ergebnis der Lobbyarbeit der Fischereinationen, wie insbesondere Frankreich”, schimpft Greenpeace-Aktivist Francois Chartier.

Knapp fünfzig Staaten der Internationalen Kommission für den Schutz des Thunfischs im Atlantik beraten derzeit in Paris über neue Quoten. Gegenwärtig liegt die erlaubte Menge bei 13.500 Tonnen.

Besonders dankbare Abnehmer des Roten Thunfisches sind die Japaner. Der japanische Delegierte Masanori Miyahara wägelt weiter ab: “Zuerst müssen Maßnahmen auf Basis wissenschaftlicher Ergebnisse beschlossen werden, und dann muss auch ihre Einhaltung sichergestellt werden. Wir müssen bei beiden Aspekten signifikante Fortschritte haben.”

Doch klagen Wissenschaftler der Internationalen Kommission, dass die Fischereinationen unverlässliche Daten lieferten.

Im März hatte unter anderem Japan den Versuch blockiert, den Roten Thunfisch unter Artenschutz zu stellen und den internationalen Handel mit dessen Fleisch zu verbieten. Binnen gut eines Jahrzehnts sind die Bestände im östlichen Atlantik und im Mittelmeer um rund sechzig Prozent zurückgegangen.