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Ägypten vor der Wahl: Massenfestnahmen von Muslimbrüdern

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Ägypten vor der Wahl: Massenfestnahmen von Muslimbrüdern

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In Ägypten sind gut eine Woche vor der Parlamentswahl mindestens hundert Mitglieder der oppositionellen Muslimbruderschaft festgenommen worden. Nach Angaben der Muslimbrüder rund 250, vor allem in der zweitgrößten Stadt Alexandria im Norden des Landes.

Die Muslimbrüder in Ägypten gibt es seit gut 80 Jahren, sie zählen etwa eine Million aktive Mitglieder und treten für eine “Islamisierung” des Staates ein.
Der Parlamentsabgeordnete Gamal Shetata:

“Nach dem was ich sehe, versucht das Regime, die Leute einzuschüchtern und zu terrorisieren, damit sie uns nicht unterstützen, auch wenn es damit die bevorstehenden Parlamentswahlen manipuliert. Sie werden erklären, das sei eben deren Entscheidung. Schade nur, dass das ist nicht stimmt.”

Bei der Wahl 2005 hatte sich die Nationaldemokratische Partei (NDP) von Präsident Husni Mubarak eine Zwei-Drittel-Mehrheit gesichert. Die Muslimbrüder wurden zweitstärkste Kraft, was viele Christen im Land bedrohlich fanden. Diesesmal haben sie aus Angst vor einer Konfrontation mit der Staatsmacht nur in weniger als einem Drittel der Wahlbezirke Kandidaten aufgestellt.

Die Ägypter wählen alle fünf Jahre ein neues Parlament. Mehr als 5000 Kandidaten bewerben sich um 508 Mandate, zum erstenmal gibt es eine Frauenquote von rund 12 Prozent.