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Kriegsverbrecherprozess gegen Kongos Ex-Vize

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Kriegsverbrecherprozess gegen Kongos Ex-Vize

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Vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag hat der Prozess gegen Kongos Ex-Vizepräsidenten Jean-Pierre Bemba begonnen. Der 48-Jährige muss sich für Massenvergewaltigungen, Morde und Plünderungen seiner Miliz in der benachbarten Zentralafrikanischen Republik verantworten. Als Befehlshaber wird ihm vorgeworfen, seine Untergebenen nicht bei ihren Kriegsverbrechen gestoppt zu haben, erläutert Chefankläger Luis Moreno-Ocampo:

“Die Anklage sagt nicht, dass Bemba selbst diese Verbrechen beging. Er hat keine Frau vergewaltigt. Wir sagen auch nicht, dass er dies anordnete. Aber er hat nicht kontrolliert, was seine Truppen taten.”

Bembas Milizen waren 2002 dem Präsidenten des Nachbarlandes zu Hilfe gekommen, der einem Putschversuch zum Opfer gefallen war. Laut Anklage verbreiteten sie monatelang durch Vergewaltigungen und Massaker ein Klima des Schreckens. Bemba war nach einer erfolglosen Präsidentschaftskandidatur ins Exil gegangen und vor zwei Jahren in Belgien festgenommen worden.