Eilmeldung

Eilmeldung

Fernost-Experte Jonathan Holslag über regionale Implikationen

Sie lesen gerade:

Fernost-Experte Jonathan Holslag über regionale Implikationen

Schriftgrösse Aa Aa

Über die regionale Bedeutung des Vorfalls sprach Euronews mit Jonathan Holslag, Fernost-Experte an der Freien Universität Brüssel.

“Wie immer sind die Motive Pjöngjangs sehr schwer zu erkennen. Vielleicht lässt der neue Führer Kim Jong-un die Muskeln spielen, damit er die Unterstützung der Militärelite erhält. Die wird für seinen Machterhalt im Lande sehr wichtig sein. Vielleicht handelt es sich hier aber auch um eine weitere Folge der Spannungen zwischen Nord- und Südkorea, die sich in den vergangenen sechs Monaten aufgebaut haben.

Die Nordkoreaner wissen auch, dass die Grenzen der Geduld der USA, Japans und Südkoreas erreicht sind. Und sie können nicht wirklich neue Kompromisse erwarten, ohne wesentliche Zugeständnisse zu machen – etwa bei ihrem Nuklearprogramm, aber auch in ihrem ganzen Sicherheitsgehabe.”

Und welche Rolle spielt der südkoreanische Präsident Lee Myung-Bak, der seit Februar 2008 im Amt ist? In seinem Wahlkampf vor fast drei Jahren forderte er eine härtere Haltung gegenüber dem Norden.

“Es ist klar, dass der derzeitige Präsident Lee etwas hartnäckiger ist, und etwas direkter als sein Vorgänger. Aber wenn man zurückblickt auf den Cheonan-Zwischenfall, die Versenkung der südkoreanischen Korvette, sieht man meines Erachtens, dass sich Südkorea noch immer sehr zurückhält. Dort weiß man sehr gut, dass ein Zusammenstoß, ein bewaffneter Konflikt nicht im eigenen Interesse liegt und zu einer sehr ernsten regionalen Destabilisierung führen könnte.”