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Griechenland zwischen Streiks und EU-Auflagen

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Griechenland zwischen Streiks und EU-Auflagen

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Athen bekommt wieder Geld: Während zahlreiche Demonstranten gegen das Sparprogramm protestierten, entschieden der Internationale Währungsfonds, die EU und die EZB, dass die nächste Tranche des Kredits an Griechenland ausgezahlt werden kann. Insgesamt 110 Milliarden Euro sollen an Athen gehen, wenn die Auflagen erfüllt werden. Allerdings herrscht eine gewisse Skepsis. “Wir sind zuversichtlich, dass Griechenland demnächst an die Märkte zurückkehren kann”, meinte der Chef der IWF-Mission in Athen, Poul Thomsen. “Aber ob das Land dann in der Lage ist, sich Geld zu borgen, oder ob es nur weiter Anleihen ausgeben kann, und ob es tatsächlich den Kredit an den IWF und die europäischen Partner zurückzahlen kann, das ist zugegebenermaßen recht fraglich.”

Auch die Anleger sind nicht allzu zuversichtlich: Die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit stiegen zuletzt um 0,57 Punkte auf 10,8 Prozent. Es ist der mit Abstand höchste Zins, den ein Euroland derzeit zahlen muss – für Deutschland beträgt dieser Wert gerade mal ein Prozent.

Unterdessen gehen die Proteste in Athen weiter: Seit einer Woche streikt die Müllabfuhr, sie verlangt mehr Geld und der Abfall häuft sich auf den Straßen. Auch die Seeleute legten die Arbeit nieder, im Fährverkehr kam es zu erheblichen Problemen, wobei vor allem die Verbindungen in der Ägäis betroffen sind.