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Nordkorea greift südkoreanische Insel an

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Nordkorea greift südkoreanische Insel an

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Nordkorea hat eine südkoreanische Insel im Gelben Meer mit mehreren Granaten beschossen. Die südkoreanische Armee erwiderte das Feuer. Dabei kam ein südkoreanischer Soldat ums Leben. Mehrere Soldaten und Zivilisten wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

Nach Angaben des südkoreanischen Militärs schoss die nordkoreanische Armee gegen 14.30 Ortzeit Dutzende Granaten auf die Insel Yeonpyeong nahe der Grenze ab.

Nach gut einer Stunde hörten die Feuergefechte auf. Laut Augenzeugen standen über sechzig Häuser in Flammen. Anwohner wurden in Bunkern in Sicherheit gebracht. Auf der Insel wohnen etwa 1.700 Menschen.

Die südkoreanische Regierung berief ein Krisentreffen ein, die Armee wurde in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Kampfflugzeuge wurden in die Gegend beordert, um die Lage zu überwachen. Präsident Lee Myung-bak erklärte, sein Land werde entschlossen auf den Angriff reagieren, bekräftigte aber auch, eine Eskalation vermeiden zu wollen. Im Präsidentenbüro wurde vermutet, dass der nordkoreanische Angriff mit Routinemanövern der südkoreanischen Flotte in den Grenzgewässern zusammenhängt. Pjöngyang hatte diese heftig kritisiert.

Auch die südkoreanische Zentralbank kündigte ein Krisentreffen über mögliche Auswirkungen auf den Finanzmarkt an. Nach dem Beschuss war es zu Kursverlusten gekommen. Die Börse in Hongkong schloss mit den größten Tagesverlusten der vergangenen sechs Monate.

Schon in der Vergangenheit hatte es ähnliche Vorfälle im Grenzgebiet gegeben, der Grenzverlauf ist zwischen den beiden koreanischen Staaten umstritten.

China und Russland zeigten sich beunruhigt über den Zwischenfall. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking erklärte, beide koreanischen Staaten müssten sich mehr um Frieden bemühen, außerdem sei eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Nordkorea über den Stopp seines Atomwaffenprogramms dringend nötig.

Erst am Wochenende hatten Berichte über weitere Nuklearanlagen in Nordkorea die Sorge vor Pjöngyangs Atomprogramm vertieft. Ein US-Gesandter ist deswegen auf dem Weg in die Region.