Eilmeldung

Eilmeldung

Tote bei Grenzbeschuss Nordkoreas auf Südkorea

Sie lesen gerade:

Tote bei Grenzbeschuss Nordkoreas auf Südkorea

Schriftgrösse Aa Aa

Nordkorea hat eine südkoreanische Insel im Gelben Meer beschossen, die südkoreanische Armee erwiderte das Feuer. Dabei kamen laut Armee zwei südkoreanische Soldaten ums Leben. Mehrere Soldaten und Zivilisten wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

Südkoreanischen Militärangaben zufolge schoss die nordkoreanische Armee gegen 14.30 Ortzeit Dutzende Granaten auf die Insel Yeonpyeong nahe der Grenze ab. Südkorea feuerte zurück und forderte Nordkorea über eine spezielle Telefonleitung zum sofortigen Einstellen des Beschusses auf. Nordkorea erklärte später, die Südkoreaner hätten zuerst geschossen.

Nach gut einer Stunde hörten die Gefechte auf. Laut Augenzeugen standen über sechzig Häuser in Flammen. Anwohner wurden in Bunker gebracht. Auf der Insel wohnen etwa 1.700 Menschen. Außerdem befindet sich dort ein Armeestützpunkt.

Die südkoreanische Regierung berief ein Krisentreffen ein, die Armee wurde in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Kampfflugzeuge wurden in die Gegend beordert, um die Lage zu überwachen. Im Präsidentenbüro wurde vermutet, dass der nordkoreanische Angriff mit Routinemanövern der südkoreanischen Flotte in den Grenzgewässern zusammenhängt. Pjöngyang hatte diese heftig kritisiert.

Auch die südkoreanische Zentralbank hielt ein Krisentreffen ab. Nach dem Beschuss war es zu Kursverlusten gekommen, die Börse in Hongkong schloss mit den größten Tagesverlusten binnen sechs Monaten.

Schon in der Vergangenheit hatte es ähnliche Vorfälle im Grenzgebiet gegeben, der Grenzverlauf ist zwischen den beiden koreanischen Staaten umstritten. Der jüngste Zwischenfall ist einer der heftigsten seit dem Koreakrieg Anfang der fünfziger Jahre. In der Gegend hatte es ebenfalls schwerwiegendere Vorfälle in den Jahren 1999, 2002 und 2009 gegeben.

Die USA verurteilten den Angriff, China und Russland zeigten sich beunruhigt. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking erklärte, beide koreanischen Staaten müssten sich mehr um Frieden bemühen, außerdem sei eine Wideraufnahme der Verhandlungen mit Nordkorea über den Stopp seines Atomwaffenprogramms dringend nötig.

Erst am Wochenende hatten Berichte über weitere Nuklearanlagen in Nordkorea die Sorge vor Pjöngyangs Atomprogramm vertieft. Ein US-Gesandter ist deswegen auf dem Weg in die Region.