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Die Probleme der Mächtigen

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Die Probleme der Mächtigen

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Mit Medien hat Silvio Berlusconi beruflich zu tun: Aber Freude hat der mächtige Medienunternehmer – der zugleich Italien regiert – an ihnen nur, wenn es seine eigenen sind.

Die öffentlich-rechtliche RAI gehört nicht dazu: Hier hat die Sendung “Ballarò” Berlusconi jetzt scharf kritisiert – vor allem, weil er in der Neapler Müllkrise

seine Versprechungen nicht gehalten habe.

Der Regierungschef rief gleich an, um seine Sicht der Dinge anzubieten. Es folgten Ausfälle gegen die anmaßenden Betrüger bei der von ihm ungeliebten RAI, und dass der Moderator dazwischenfragte, passte ihm auch nicht: Er legte dann auf.

Auch in Demokratien hören die Mächtigen nicht unbedingt gerne Kritisches: Frankreichs Staatspräsident ist ebenso als empfindlich bekannt.

“Bis morgen, liebe Kinderschänder” – so hat sich Nicolas Sarkozy jetzt nach einem Pressegespräch von den Journalisten verabschiedet, am Rande des NATO-Gipfeltreffens letzte Woche in Lissabon.

Er war angesprochen worden auf die “Karatschi-Affäre” aus den Neunzigern um U-Bootverkäufe und Provisionen, in die er damals verwickelt gewesen sein könnte.

Für Sarkozy ein absurder Vorwurf: So absurd, machte er einem der Journalisten klar, wie es sei, wenn er diesen als Kinderschänder beschuldige – nur weil er davon eben überzeugt sei, ohne jegliche Beweise.

“Nichts für ungut”, besänftigte er noch – um sich dann aber doch noch den Ausrutscher bei der Verabschiedung zu erlauben.