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Radikalkur für die grüne Insel

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Mit den Sparplänen verschreibt die irische Regierung ihrem Land eine Radikalkur: Auf 130 Seiten sind die Maßnahmen zusammengefasst, die Irland vor einer Staatspleite retten sollen. Bis 2014 soll der Haushalt damit um insgesamt 15 Milliarden Euro entlastet werden. Allein im kommenden Jahr sollen die Einsparungen ganze sechs Milliarden Euro ausmachen, das sind immerhin 40 Prozent des gesamten Sparpakets.

Die Rettung des taumelnden Bankensektors trieb das irische Budgetdefizit auf schwindelerregende 32 Prozent hoch – das ist zehnmal so viel wie von der EU erlaubt. Klammert man den Bankensektor aus, klafft 2010 immer noch eine Lücke von 11,7 Prozent. Mit den Sparplänen will die Regierung das Defizit bis 2014 schrittweise auf 2,8 Prozent senken – damit wäre es wieder im Drei-Prozent-Rahmen der Maastricht-Kriterien.

Das Sparpaket umfasst eine Fülle von Einzelmaßnahmen. So soll etwa der Mindestlohn gekürzt werden, von derzeit 8,65 auf 7,65 Euro pro Stunde. Die Gehälter im öffentlichen Dienst werden um insgesamt 1,2 Milliarden Euro reduziert, dazu fallen knapp 25.000 Jobs weg. Bei den Sozialausgaben sind Kürzungen in Höhe von drei Milliarden Euro geplant. Erhöht werden sowohl die Einkommens- als auch die Mehrwertsteuer – und dazu müssen die Iren erstmals auch für ihr Trinkwasser bezahlen. Das gab es bislang auf der grünen Insel gratis.