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Terrorverdächtiger lebt offen im Kosovo

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Terrorverdächtiger lebt offen im Kosovo

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Das amerikanische FBI sucht Bajram Asllani als Terroristen, bewaffnet und gefährlich: Dabei lebt er ganz offen im Kosovo, in Mitrovica – ein Gebäude der UNO ist ganz in der Nähe, die Polizei kennt ihn.

Trotzdem haben die USA mit der Auslieferung keinen Erfolg; und Asllani selbst sieht sich als Opfer der Geheimdienste. “Wenn ich wirklich bewaffnet und gefährlich wäre”, sagt er in seinem Haus; “dann würde ich ein besseres Leben führen. Wenn die mir was vorwerfen wollen, bitte – aber die Tatsachen und die Wahrheit geben mir recht.”

Die Rechtslage ist verworren: Richter der EU hier im Kosovo haben die Auslieferung abgelehnt, vor allem wegen eines Vertrags von 1901. Gesucht wird Basllani wegen der möglichen Beteiligung an Anschlagsplänen in den USA; dazu kommen noch weitere Vorwürfe. Für eine Auslieferung müssten jedoch Verbrechen im Kosovo selbst begangen worden sein, erklärt eine Sprecherin der EU-Mission; aber das sei hier unklar.

Genauso unklar ist auch, ob der alte Vertrag zwischen den USA und dem damaligen Königreich Serbien überhaupt noch gilt – und ob er für das heutige Kosovo gilt, dass sich vor knapp drei Jahren von Serbien losgesagt hat. Ein Auslieferungsabkommen mit dem noch jungen Staat gibt es aber noch nicht.

In Serbien wurde Asllani letztes Jahr in Abwesenheit zu acht Jahren Haft verurteilt, weil er Islamisten Waffen verkauft haben sollte. Auch das bestreitet er. Serbien sieht er auch hinter den Vorwürfen, die ihn letztlich für das FBI zum gesuchten Verbrecher gemacht haben.