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Sparen, Sparen, Sparen: Irland verdaut den Schock

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Sparen, Sparen, Sparen: Irland verdaut den Schock

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An dem 15-Milliarden-Euro-Sparpaket, das die Regierung gestern präsentierte, haben Bürger, Arbeitnehmer und Gewerkschafter schwer zu schlucken. Ökonomen fürchten, dass die Einschnitte den Aufschwung bremsen, den die Insel doch so bitter nötig hat.

Ministerpräsident Brian Cowen und seine Partei Fianna Fail dürften bei den Teilwahlen in einem Landkreis an diesem Donnerstag die erste Quittung bekommen, einen Sitz im Parlament verlieren und so nur noch über eine Mehrheit von zwei Sitzen verfügen.

Die Regierung hatte gestern unter anderem angekündigt, den Mindestlohn um einen Euro zu senken, im öffentlichen Dienst 25.000 Stellen zu streichen und die Gehälter dort um insgesamt 1,2 Milliarden Euro zu kürzen, sowie die Sozialausgaben um gut drei Milliarden.

Schon jetzt hat die Krise in Irland ihre Verlierer. Viele kommen zur Suppenküche bei der Kapuziner-Bruderschaft in Dublin. Vom “keltischen Tiger”, den Europa einst bewunderte, ist wenig geblieben, die “Neureichen”, die der Wohlstand damals mit sich brachte, werden weniger -stattdessen neue Arme:

“Wir haben jetzt einen neuen Typ Arme: Leute, die ihre Arbeit verloren haben, und Leute, die Angst haben, ihr Heim zu verlieren”, berichtet der Gründer des Kapuziner-Obdachlosenasyls. Einer seiner Gäste, der vor acht Jahren keiner Finanzkrise, sondern seiner Drogensucht zum Opfer fiel, stimmt ein: “Es sitzen jetzt schrecklich viel mehr Leute auf der Straße, viel mehr als vor fünf oder zehn Jahren.”

Mit den Stellenstreichungen, Sozialhilfe- und Rentenkürzungen werden sich hier vielleicht noch mehr einfinden. Vor allem bei den Schwachen werde eingespart, kritisieren Gewerkschaften und Medien.