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Straßenkrieg in Rio tobt weiter

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Straßenkrieg in Rio tobt weiter

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Die Regierung hat jetzt das Militär mit Panzern in die betroffenen Armenviertel geschickt. Den fünften Tag in Folge, seit Sonntag, fackeln mutmaßliche Mitglieder der Drogenbanden Autos und Busse ab. Bei Razzien und Straßenkämpfen mit der Polizei wurden bislang mehr als zwanzig Drogenschmuggler getötet.

Die Behörden vermuten, dass inhaftierte Bandenmitglieder aus Rache für verstärkte Polizeipräsenz und Einflussverlust in den Slums die Gewalt anzettelten. Mehrere von ihnen wurden heute in Hochsicherheitsgefängnisse verlegt.

Unter den Anwohnern macht sich Panik breit: “Wenn Sie aus dem Haus treten und sehen, was sich da vor Ihrer Tür abspielt, fühlen Sie sich in Gefahr. Sie wissen nicht, wohin Sie gehen sollen, was tun. Rio ist sehr kompliziert”, klagt ein Mann. Eine Frau, deren Auto abgebrannt wurde, will ihr Gesicht nicht vor der Kamera zeigen: “Meine Angst ist, dass sie wiederkommen. Mein Auto kann ich neu kaufen, aber ein zweites Leben nicht.”

Der Gouverneur von Rio de Janeiro rief die Bürger hingegen auf, Ruhe zu bewahren. Panik sei genau das, worauf es die Banden abgesehen hätten. In vier Jahren will Rio die Fußball-WM austragen, zwei Jahre später die Olympischen Sommerspiele.