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BakuTel: Aserbaidschan setzt auf Hightech

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BakuTel: Aserbaidschan setzt auf Hightech

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Aserbaidschan ist wohl eher für seine Ölvorkommen bekannt als für Hochtechnologie. Das soll anders werden. Einen Vorgeschmack gab die Ex-Sowjetrepublik diese Woche mit der größten Hightech-Messe der Region.

Bislang dominieren in Aserbaidschan weiter Öl und Gas. Doch in den vergangenen Jahren hat das Land gezielt in Informations- und Kommunikationstechnologie investiert. Nach Regierungsschätzungen werden die Gewinne der Branche in absehbarer Zeit steigen, sie sollen sogar mit denen der Ölförderung vergleichbar werden.

Auf der BakuTel in der Hauptstadt Baku wurden zumeist neue Kommunikations-, Sicherheits- oder betriebliche Anwendungen präsentiert, aber auch solche für Kultur und Bildung, aus heimischer wie ausländischer Entwicklung.

Unter anderem die neusten Detektoren für Sprengstoff und Drogen. Oder ein 3D-Laser- Scanner, der wie ein Echolot arbeitet: Er sendet ein Lasersignal und misst die Entfernung zwischen verschiedenen Punkten, um damit ein dreidimensionales Modell nachzubilden.

Der Scanner soll ein 3D-Modell von ganz Baku erstellen, wie einer der Berater am Messestand erklärt. Das 3D-Modell soll eine nützliche Grundlage für Stadtentwicklung und betriebliche Anwendungen werden.

Der Boom bei Öl- und Gasexporten ermöglichte Aserbaidschan große Fortschritte im Telekomsektor. Bislang war das Land weitgehend auf die alten Telefonleitungen aus Sowjetzeiten angewiesen, viele Bergdörfer blieben ohne Anschluss. Nun setzt Aserbaidschan auf drahtlose und Satellitenkommunikation.

Eine andere Herausforderung ist die Verseuchung von Boden, Luft und Wasser nach Jahrzehnten sorgloser Industrieproduktion. Der Umstieg auf saubere (Informations-)Technologie soll helfen, erklärt IT-Minister Ali Abbasov: “Zu Sowjetzeiten war Aserbaidschan eins der Zentren der chemischen Industrie, und wir alle wissen, was das für die Umwelt hieß. Deshalb ist die Lösung unserer Umweltprobleme eins der Hauptziele unserer Politik, und dabei messen wir der Informationstechnologie eine wichtige Rolle zu.”

E-government heißt eins der Zauberworte: Nach estnischem Vorbild und in Kooperation mit Estland will Aserbaidschan Behörden und Verwaltung digital vernetzen.

Ein weiteres Groß-Projekt auf der BakuTel: ein Breitbandnetz, das die Region mit Europa und Ostasien über eine Glasfaser-Datenautobahn verbinden soll. Präsident Ilham Alijew ist sich klar: “Die Öl- und Gasvorkommen werden irgendwann erschöpft sein, aber an Technologie, innovativen Industrien und Investitionen in die Wissenschaft wird es immer Bedarf geben. Wir sehen unser Land in der Zukunft als einen der entwickelten Staaten der Welt. Ohne starke IT-Branche wird das nicht zu erreichen sein.”

Heutigen Prognosen zufolge sind Aserbaidschans Ölreserven in gut dreißig Jahren erschöpft. Die Zeit läuft also, um dem Land zwischen Europa und Asien eine langfristige wirtschaftliche Alternative zu schaffen.