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Vor neuen Einschnitten - Portugal hat den Fado

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Vor neuen Einschnitten - Portugal hat den Fado

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Portugal hat den Blues – Fado heißt er dort.

Trotz Generalstreiks bezweifelt kaum einer, dass die Regierung heute neue Sparmaßnahmen verabschiedet. Die sozialistische Partei

von Ministerpräsident José Sócrates

hat mit der größten Oppositionspartei PSD ein Abkommen geschlossen, die Reformen um jeden Preis durchzuziehen.

Die Staatsschulden lagen Ende 2009 bei 109 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das Haushaltsdefizit erreichte den Rekord von mehr als 9 Prozent. Mit nie dagewesenen Sparmaßnahmen soll das Minus bis 2011 auf weniger als die Hälfte gedrückt werden.

Trotzdem nehmen die Finanzmärkte das Land in die Zange: Portugals Zinszuschläge für Anleihen steigen, die Börse schwächelt. Europäische Zentralbank und EU winken heftig mit dem EU-Rettungsschirm.

Anders als Irland hat Portugal keine Banken- und Immobilienkrise, dafür aber ein ernstes Strukturproblem: Seit 10 Jahren kaum Wirtschaftwachstum, die Industrie gilt als international nicht wettbewerbsfähig, mehr als 10 Prozent Arbeitslose, reihenweise Firmenpleiten.

Ein Generalstreik hatte das ärmste Land Westeuropas am Mittwoch weitgehend lahmgelegt.

Die Angst geht um, dass Spanien als nächstes wackelt. Eine Rettung der fünftgrößten Volkswirtschaft Europas würde den 750 Milliarden Euro schweren EU-Krisenschirm an seine Grenzen bringen.