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Wahlen trotz Cholera

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Wahlen trotz Cholera

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In Haiti stehen am Sonntag Wahlen an – und das trotz der Cholera, die das Land nach wie vor beutelt.
 
Die Bürger werden sowohl das Parlament neu besetzen als auch einen neuen Präsidenten wählen. Die Lage im Land ist angespannt – für die kommenden Tage bis Sonntag werden Unruhen und Gewaltausbrüche befürchtet. Die Vereinten Nationen in Haiti wollen dennoch an den Wahlen festhalten.
 
Der Leiter der UN-Mission in Haiti Edmond Mulet sagte, die Cholera werde sehr wahrscheinlich noch schlimmer wüten, die Seuche habe ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. Es gebe also in absehbarer Zeit keinen besseren Zeitpunkt für Wahlen.
 
Favoritin für das Präsidentenamt ist die 70-jährige Mirlande Manigat, an zweiter Stelle liegt laut Umfragen Jude Celestin, Kandidat der Regierungspartei. Zwischen diesen Beiden wird es vermutlich zu einer Stichwahl kommen.
 
Die Cholera breitet sich weiter aus. Rund 400 000 Menschen sind laut UN bedroht. Rund 60 000 Menschen erkrankten bereits an der Seuche, 1500 starben. Zum ersten mal erkrankten auch Bewohner der eigentlich als sicher geltenden Zeltstädte der Hilfsorganisationen.