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Haiti wählt - wer weiß den Weg aus der Misere ?

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Haiti wählt - wer weiß den Weg aus der Misere ?

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Haiti wählt am Sonntag – zwischen Trümmern, Cholera und Armut. Rund viereinhalb Millionen Wähler sollen ein Parlament und ein Staatsoberhaupt neu bestimmen.

Nach dem Erdbeben im Januar war die Verwaltung überfordert, die aktuelle Cholera-Epidemie kam noch dazu. Nach mehr als 1600 Toten und fast 70 000 Kranken wird mit bis zu 400.000 Ansteckungen gerechnet.

Colin Granderson von der Karibischen Gemeinschaft (Caricom):

“Das ist doch klar, dass in Port-au-Prince viele frustriert sind, besonders in den Lagern. Gleichzeitig verstärken die meisten Kandidaten diese Frustration, die Menschen sollen schließlich die regierende Partei abwählen.”

Die besten Chancen von 18 Präsidentschafts-Bewerbern hat nach Umfragen Mirlande Manigat (70), die Frau eines ehemaligen Präsidenten. Sie will die Menschen aus den Zeltlagern holen, ist aber eng mit dem bestehenden politischen System verbunden.

Der derzeitige Präsident René Préval darf selbst nicht mehr kandidieren und setzt auf Jude

Celestin, den Leiter eines Staatsunternehmens, einen politischen Laien.

Beobachter rechnen mit einer Stichwahl zwischen den beiden führenden Kandidaten.

De facto wird das Land zur Zeit von einem Mix aus internationalen Hilfsorganisationen, der UN-Mission Minustah und einer wenig beschlussfähigen Verwaltung gemanagt.

Die neue Regierung hat vor allem die Aufgabe, unter der Aufsicht und mit dem Geld der internationalen Staatengemeinschaft die Cholera zu bändigen und das zerstörte Land wieder aufzubauen.