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Haiti wählt, ein neues Parlament, einen neuen Präsidenten. 19 Kandidaten treten an diesem Sonntag an, fast ebenso viele wurden von der Wahl ausgeschlossen. Für viele Beobachter aber ging es im Vorfeld nicht um die Frage, ob diese Wahl ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen würde. Sondern ob es sie – jetzt – überhaupt geben sollte.

Erst das Erdbeben mit fast einer Viertelmillion Toten. Nun die Cholera-Epidemie. Nich nur die Glaubwürdigkeit der schwachen Regierung steht auf dem Spiel, sondern auch die der Vereinten Nationen. Millionen von Euro hat das ärmste Land Amerikas ausgegeben, damit auch die vielen Menschen, die weiter in Zelten leben, ihr Kreuz machen können.

Die 10.000 UNO-Soldaten und -Polizisten werden offen für den Cholera-Ausbruch verantwortlich gemacht. Bei Ausschreitungen starben mindestens fünf Menschen. Die UN-Truppen sind seit 2004 im Land, als eine internationale Intervention den damaligen Präsidenten Aristide stützte. Seine Anhänger werden nun verdächtigt, hinter der Hetze gegen die UNO zu stehen.

Trotz ihres schweren Stands sind die Vereinten Nationen überzeugt: Aufschieben wäre noch schlimmer. Die UNO befürchtet Gewaltausbrüche nicht nur gegen die Angehörigen der eigenen Mission, sondern auch zwischen Anhängern verfeindeter Lager. Laut dem Chef der UN-Mission, Edmond Mulet, ist die Lage aber ruhiger als bei früheren Wahlen.