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Ägypten: Wahl ohne Risiko für Mubarak

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Ägypten: Wahl ohne Risiko für Mubarak

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Gewalt und Manipulationsvorwürfe haben die Parlamentswahl in Ägypten überschattet – in Kairo wurde nach Berichten ein junger Mann erstochen, der für seinen Vater Plakate klebte.

Die Regierungspartei von Präsident Hosni Mubarak stand als Siegerin schon vorher weitgehend fest. Beobachter berichteten über mehr oder weniger subtile Versuche, das Ergebnis zu manipulieren. Die Abstimmung gilt als Vorbereitung für die Präsidentschaftswahl 2011.

“Die Regierung garantiert die Sicherheit in allen Wahllokalen,” so Ministerpräsident Ahmed Nazif, “und die Wahlkommission die volle Freiheit der Wähler, für ihre Kandidaten zu stimmen.”

Vor einigen Wahlbüros gingen Anhänger von Mubaraks Nationaldemokratischer Partei (NDP) und der Muslimbruderschaft aufeinander los.

Die Muslimbrüder treten als Unabhängige an,

weil religiöse Parteien in Ägypten verboten sind. Vor fünf Jahren kamen sie auf fast 20 Prozent der Sitze.

Wer nächstes Jahr für das Amt des Präsidenten kandidieren will, braucht neuerdings mindestens 13 Prozent der Abgeordneten-Stimmen im Parlament.

Mohamed Elhamy, euronews:

“Wahlschwindel beklagt die Muslim-Bruderschaft und Gewalt gegen ihre Kandidaten. Die Regierungspartei auf der anderen Seite betont, man stelle den rechtmäßigen Ablauf sicher und die Transparenz der Wahl. Aber eines steht fest: dieser Wahlgang liefert einen Vorgeschmack der Präsidentschaftswahl. Das wird die Blaupause der politischen Zukunft des Landes für viele Jahre.”