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Ägypten - Wahl unter Spannung

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Ägypten - Wahl unter Spannung

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In Ägypten ist in der Nacht vor der Parlamentswahl in Kairo offenbar ein junger Mann erstochen worden, der für seinen Vater ein Wahlplakat klebte. Das hätten Mediziner und Familienangehörige bestätigt, so die Nachrichtenagentur AFP.

Am Wahltag selbst prügelten sich Parteigänger verschiedener Richtungen vor einigen Wahllokalen.

Vor allem Anhänger der oppositionellen Muslimbruderschaft sind aufgebracht, weil viele ihrer Kandidaten nicht zur Wahl zugelassen wurden.

Der Sieg der Nationaldemokratischen

Partei (NDP) von Präsident Hosni Mubarak gilt schon vor der Auszählung als sicher.

Vor fünf Jahren hatten Kandidaten der islamistischen Muslimbrüder 20 Prozent der Stimmen bekommen – obwohl die Organisation eigentlich seit 1956 illegal ist.

Sobhi Salezh, ein Kandidat der Muslimbrüder:

“Der Kandidat der Regierungspartei betrügt,” schimpft er,” sie haben in meinem Namen ein Statement rausgegeben, dass ich an der Wahl nicht teilnehme. Aber ich stehe doch hier.”

Von den 30 Millionen Wahlbürgern sind viele unmotiviert. Die Frauen noch am wenigsten: für sie sind zum ersten Mal 64 der gut 508 Sitze im Parlament reserviert.