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Moldawien vor ungewissen Zeiten

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Moldawien vor ungewissen Zeiten

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Die Moldawier haben gewählt, aber die Zukunft des Landes ist auch nach dieser Wahl nicht klarer: Die Kommunisten sind im Parlament wieder die stärkste

Partei, haben aber keine Mehrheit.

Die bekommt erneut ein Bündnis von westlich ausgerichteten Parteien – das Bündnis für Europäische Integration. Vlad Filat, der Regierungschef, führt dieses Dreierbündnis, ebenso wie die größte Partei darin.

Zu diesem Bündnis gehört auch die Partei des amtierenden Staatspräsidenten Mihai Ghimpu. Amtierend deshalb, weil Moldawien seit über einem Jahr keinen Präsidenten mehr hat: Er wird vom Parlament gewählt, braucht dazu aber mehr als nur die einfache Mehrheit.

Daher können beide Lager die Bewerber der jeweils anderen Seite blockieren – das bitterarme Land tritt dadurch auf der Stelle. Auch den jetzigen Wahlgewinnern fehlen für einen eigenen Kandidaten

erneut Stimmen. Die Wahl hat nichts geändert: Durch Moldawien geht ein Riss.

“Es ist mal an der Zeit, die Kommunisten zu verabschieden”, sagt ein Mann in der Hauptstadt Chisinau. “Die hätten ihren Namen ändern sollen, dann hätten sie mehr Stimmen bekommen.”

“Wir haben nur eine Zukunft, wenn wir uns irgendwie mit Russland einigen”, sagt ein russischsprechender Mann; “denn manche hier sprechen Russisch, andere Moldawisch; und für mich

gehört Moldawien nicht zu Europa.”

Ob Europa, ob Russland, das ist weiterhin nicht geklärt – ebenso wenig wie der Konflikt um den abtrünnigen Landesteil Transnistrien, der sich sowieso an Russland hält.