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Vergeblicher Ruf nach Wahlannullierung in Haiti

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Vergeblicher Ruf nach Wahlannullierung in Haiti

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Kinder, die nach Schließung des Wahllokals mit Stimmzetteln spielen, als ob es Konfetti wäre: Eine vielsagende Szene für die teils chaotischen Umstände, unter denen am Sonntag in Haiti die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen abgehalten wurden. Zwei Drittel der Präsidentschaftskandidaten haben öffentlich die Annullierung der Wahlen gefordert.

Zahlreiche Wähler konnten wegen organisatorischer Probleme nicht ihre Stimme abgeben. Wahllokale öffneten verspätet, etliche Bürger fanden sich nicht auf den Listen registriert und mussten das richtige Wahllokal erst suchen.

Der Frust entlud sich stellenweise in Straßenprotesten. Ein Wahllokal in einer Schule wurde demoliert. Haitianische Radiosender berichteten von zwei Toten nach gewaltsamen Zwischenfällen.

12 von 18 Präsidentschaftsbewerbern, darunter die wichtigsten Oppositionskandidaten, forderten wegen massiven Betrugs die Annullierung der Wahlen. Die Wahlkommission erklärte diese hingegen für gültig und annullierte nur in gut fünfzig von 1.500 Wahllokalen das Votum wegen Unregelmäßigkeiten. Die UN-Mission und ausländische Beobachter prüften zunächst noch die Informationen über den Verlauf. Die Wahlergebnisse sollen frühestens in einer Woche bekanntgegeben werden.

Da sich schon zuvor keine klaren Favoriten für das Präsidentenamt abgezeichnet hatten, wird mit einer Stichwahl Anfang Januar gerechnet.