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Ärger mit dem "verzogenen Kind"

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Ärger mit dem "verzogenen Kind"

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Das Bündnis zwischen China und Nordkorea ist angeschlagen, das geht aus den Wikileaks-Depeschen hervor.

Nach außen hin wurde bisher stets die gute Beziehung der beiden Länder betont. China galt als einziger Verbündeter Nordkoreas.

Intern mehrten sich jedoch in Peking die Zweifel an dem Regime in Pjöngjang.

China sieht offenbar das nordkoreanische Atomprogramm kritisch und würde sogar langfristig eine Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea akzeptieren. Das berichtet die englische Zeitung “The Guardian”. Es ist ein regelrechter Tabubruch und könnte Experten zufolge von Nordkorea als Verrat empfunden werden. Peking unterstützt laut Wikileaks ein vereintes Korea, solange es nicht feindlich gegenüber China eingestellt ist. Die Informationen stammen von einem ehemaligen Minister Südkoreas.

Die koreanische Halbinsel ist seit dem Koreakrieg von 1950-53 geteilt. Die Situation ist angespannt und offiziell befinden sich die beiden Länder immer noch im Krieg, denn es wurde bisher kein Friedensabkommen unterzeichnet.

Wikileaks-Dokumente enthüllen nun, dass China Nordkorea nicht länger als nützlichen und zuverlässigen Verbündeten ansieht. Für Nordkorea kommt diese Neuigkeit wahrscheinlich überraschend. Denn bislang hielt China seine schützende Hand über Nordkorea.

Vor rund einer Woche schoss die nordkoreanische Armee Rakten auf eine südkoreanische Insel im Gelben Meer. Vier Menschen wurden bei dem Angriff getötet. Der Zwischenfall sorgte für große Aufregung, doch China enthielt sich jeglicher Kritik.

Pjöngjang hat in der Vergangenheit mehrmals seine Muskeln spielen lassen und seine Nachbarn provoziert. 2009 sorgte der Abschuss einer Rakete in Japan für Unmut. Denn das Geschoss stürzte rund 300 Kilometer von der japanischen Küste entfernt ins Meer.

China verliert zunehmend die Geduld und chinesische Minister sollen sich den jüngsten Enthüllungen zufolge beschwert haben. Nordkorea verhalte sich, wie ein verzogenes Kind, um die Aufmerksamkeit der Erwachsenen zu erlangen.

Peking prophezeit sogar den Zusammenbruch des Regimes in Pjöngjang. Wirtschaftlich ist Nordkorea am Ende und politisch wird das Land nur noch von seinem Führer Kim Jong-il zusammengehalten. Das geht aus der Wikileaks-Platform hervor.

Die chinesische Regierung rechnet demnach nicht damit, dass der Sohn des Herrschers, Kim Jong-Un, der als Nachfolger gehandelt wird, den Bestand Nordkoreas sichern kann.